1. Februar 2015

Fukuoka

Die ersten Tage in Japan verbringen wir in Fukuoka, welches auch unser Ausgangspunkt für eine kleine Rundreise auf Kyushu ist. Fukuoka ist mit ~1,5 Mio. Einwohner die achtgrößte Stadt Japans und einer der nächsten Landungspunkte für die Fähren aus Korea. 

Mit unserer Ankunft kurz vor Silvester geraten wir auch in eine der Hauptreisezeiten der Japaner. Diese nutzen die Aneinanderreihung mehrerer Feiertage, um ihre Familien in der Heimat zu besuchen. Das schlägt sich leider auch in unserer Reiseplanung nieder, denn viele Hotels und Autovermietungen sind seit langem ausgebucht sowie Restaurants und Museen teils geschlossen. Dennoch ist das Angebot an Unterhaltung und Lokalen so groß, dass es auch trotz Neujahrsfest nicht langweilig wird.

Blick auf Fukuoka's Zentrum Hakata


Blick vom Bahnhof auf Fukuoka

Das Manneken Pis gibt es nicht nur in Brüssel
Auch in Fukuoka gibt es unzählig viele Tempel (Buddhismus) und Schreine (Shinto). Man wird sicher noch im Verlaufe des Blogs merken, dass für nicht-gläubige der jeweiligen Religion irgendwann ein Tempel wie jeder andere Tempel aussieht und jeder Schrein wie jeder andere. Da sind die Gärten für mich zumindest oftmals faszinierender. Darüber hinaus sollte erwähnt werde, dass die Japaner keine strenge Glaubenstrennung leben. So kann es das für bestimmte Anlässe wie Hochzeit oder Gebete zur Ersuchung des Glücks Schreine aufgesucht werden und für andere Feste und Situationen wie Beerdigungen Tempel aufgesucht werden. Die friedliche Koexistenz der Religionen ist angesichts der täglichen Nachrichten im Fernsehen schon beeindruckend.  

Kushida Schrein
Saiko Temple


Stereotypisch möchte man meinen, dass in Japan alles verniedlicht wird und auf den Straßen nur Figuren aus Comics (Mangas) or Figuren aus Animationsfilmen rumlaufen oder zu Dekorationszwecken verwendet werden. Doch diese Vorstellung wird sich nicht vollends bestätigen. Natürlich gibt es an jeder Ecke Mangas zu kaufen oder wird man Werbung dafür sehen. Ab und an kann man sicher auch Leute in Verkleidung treffen. Dennoch ist die Masse an Leute und Einrichtungsgegenständen eher modern und stylish. Aber zu jeder Regel gibt es auch Ausnahmen und so kommt bei der Absperrung von Baustellen nichtsdestotrotz die Verniedlichung durch....

 

Urbaner Platz ist in Japan Mangelware. Darüber hinaus darf man Großstädten nur ein Auto zulassen, wenn man den Parkplatz dafür hat. Wenn beides aufeinander trifft, dann kommen Bauwerke wie unterhalb abgebildet heraus.

Und wenn der Platz auf dem Grund nicht mehr ausreicht, weicht man auf die Dächer der Einkaufszentren und Bahnhöfe aus. Die "Eisbahn" befindet sich auf so einem Dach und bestimmt nicht mal aus Eis. Der Boden besteht aus einer Art Plastik, sodass die Eltern auch ganz gemütlich neben den Kindern laufen können.


Und wenn der Hunger einem überkommt, muss man in Japan nie weit laufen. Entweder man hält an einem der unzähligen 24h Läden (Konbini (von convenient - praktisch)), isst den Restaurants oder in einem der Straßenläden wie sie in Fukuoka typisch sind. Im Winter kann es trotz Heizstrahler, Vorhang und Grill etwas kühl sein. Zudem muss man bei den meisten Ständen anstehen, da sie auch bei den Einheimischen sehr beliebt sind.


Der Spaß darf bei den Japaner nicht zu kurz kommen. Wer vom Lärm und den grellen, blinkenden Neonlichtern in den Einkaufstraßen nicht genug hat, kann seine Zeit in Automatenhallen verbringen. Neben Autorennspiele, Ballerspiele oder Glücksspielautomaten gibt es auch Greiferspiele in allen Variationen. Für 100 Yen kann man sein Können unter Beweis stellen und wie hier zusehen große Packungen Popcorn oder Pringles angeln. Da in Japan Glückspiel mit Geldgewinn größtenteils verboten ist, muss man eben den Weg über Sachpreise gehen. Wir haben 3 versuche gewagt und sind dann erfolglos in den nächsten Supermarkt gegangen, um uns die Produkte direkt zu kaufen. 

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Auf geht's nach Fernost!

Lange hatte der Winter in Deutschland auf sich warten lassen. Doch nach den Weihnachtsfeiertagen war es dann soweit. Frau Holle überzog das Land mit einer weißen Decke, und weil Kälte und Eis im Dezember im Dezember so ungewöhnlich zu sein scheinen, war das Verkehrschaos auch schon vorprogrammiert. Am 28.12. ging es von Stuttgart über Frankfurt nach Tokio und dann auch gleich weiter nach Fukuoka. Aus der Pufferzeit in Frankfurt von 3h wurden am Ende dann minus 10min. Schließlich kamen wir in Frankfurt so spät an, sodass ein voller Jumbo auf weniger als 10 Leute warten musste. Glück für uns, denn sonst hätten wir die nächste Maschine nehmen müssen und hätten so unseren Anschlussflug verpasst....


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こんにちは! Konnichiwa! Grüße aus Fernost!

Nach einer tollen Zeit in Korea und China folgt nun der nächste Lebensabschnitt in Fernost. Dieses Mal hat es mich nach Japan verschlagen und während dieser Zeit werde ich diesem Blog wieder etwas mehr Leben einverhauchen. Doch vorweg gesagt werden die Berichte weniger umfangreich sein und ich werde die Bilder mehr in die Verantwortung ziehen, die Geschichten und Ereignisse zu überbringen. Viel Spaß beim Lesen und in die Ferne schweifen!
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21. Juli 2011

Xian (Tschian) Krieger aber kein Krieg

Zu den neuen Weltwundern gehören und sich dann nicht einmal aus dem Grab erheben wollen. Na das haben wir gern. Bestimmt haben sich die Krieger dieses Verhalten von den Pharaonen aus Ägypten abgeschaut, denn die lassen ihren Besuch auch gerne vor der Tür stehen. Getreu der Devise, was im Westen en vogue ist, muss gut sein, haben es die Terrakotta Krieger aus Xian auch nicht für nötig gehalten, die weitangereisten Gäste zu begrüßen. Aber mit solch einem Titel muss man das wahrscheinlich auch gar nicht. Die Leute machen sich auch so aus allen Ländern dieser Welt auf nach China, um unter anderem die Armee zu besuchen. Sogar der weltbekannte Reiseführer aus Australien widmet bereits die ersten Seiten für ein Foto der oben genannten Herren.




Doch bevor wir uns diesen Figuren näher widmen, fangen wir lieber erst einmal bei der Anreise an.
1700km beträgt die Strecke zwischen Hangzhou und Xi‘an. Mit dem Zug komfortabel in 17h erreichbar. Dennoch haben wir uns lieber für die flottere, wenn auch unbequemere, Variante der Fortbewegung entschieden. Ich weiß zwar bis heute nicht genau wem ich mein Leben für 2h anvertraut habe, aber immerhin hatten wir nur 1h Verspätung.

Das ist für chinesische Flugverhältnisse schon fast phänomenal, sind doch die Verkehrswege am Himmel so überfüllt, wie die deutschen Züge an Ostern. Wer in China reist sollte sich schnell an diese Ansage gewöhnen. Wer denkt, dass es auf dem Boden besser zugeht, der hat sich aber gewaltig geirrt. Auf den Schienen gibt es zwar weniger Verkehrschaos, dennoch wird man hier regelmäßig mit der Ansage, dass der Zug bereits ausgebucht sei, konfrontiert. Eigentlich unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass viele Züge doch mehrmals pro Stunde fahren.

Aber das ist eben China. Seitdem immer mehr Leute ihre Heimat für einen Arbeitsplatz verlassen, ist an verlängerten Wochenenden auf den Straßen, auf den Schienen und in der Luft die Hölle los. Jeder möchte seine Familie besuchen, egal wie weit der Weg noch ist. Und zwischendrin machen sich also 5 Westler auf den Weg in Richtung Nord-Westen. Nach einem 3 gängigen Abendmahl und einem Bier der Firma Snow war erreichten wir auch schon unser Ziel. Kaum am Flughafen angekommen, wartete bereits die nächste Hürde auf uns. Wir wollten mit dem Bus in die Stadt fahren doch leider erklärte uns die Dame an der Bushaltestelle, dass kein Bus mehr fahren würde. Dank unserer rudimentären Sprachkenntnisse haben wir aber verstanden, dass sie in ihren Ausführungen das Wort Dreihundert verwendete. Damit war uns gleich klar, dass sie uns ein Taxi für 300 Yuan andrehen möchte. Wucher, dass war der erste Gedanke der uns in den Kopf kam, denn normalerweise sollte die Fahrt nicht mehr als 100 Yuan kosten. Nachdem wir sie kopfschüttelnd und über die Abzocke fluchend weggeschickt haben, kamen ein paar Chinesen auf uns zu. Sie wirkten sehr freundlich, was uns doch sehr besorgte, denn normalerweise kommen nur die Chinesen, die einem etwas verkaufen möchten, freiwillig auf uns Langnasen zu. Da sie aber sogar der englischen Sprache mächtig waren, erwiderten wir ihre Anrede freundlich. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass die Dame von der Bushaltestelle gar nicht von der Wuchermafia geschickt wurde, sondern dass sie uns lediglich zu verstehen geben wollte, dass der Bus etwa 300m entfernt vom nächsten Busterminal abfahren würde. Jaja da war sie wieder die Sprachbarriere. Brav bedankten wir uns für die Aufklärung und machten uns rasch auf den Weg zum Bus. Nach einer kurzen Fahrt und einem kleinen Spaziergang kamen wir dann zu später Stunde im Hostel an.

Gebucht haben wir ein Zimmer für 6 Personen. Da wir nur 5 Leute waren, hatten wir also noch einen weiteren Mitbewohner. Ein Engländer, der sicher kein Problem mit uns hatte, viel mehr damit, dass es im Zimmer nur eine Dusche/Toilette gab, die wir frühmorgens nach einander belegt haben. Das war sicher eine Freude in den Ohren, wenn man wie er mit dem Kopf an der Wand mit den Wasserleitungen schläft. Doch bevor wir uns der Augenentspannung hingegeben haben, wurde noch der Hunger am Straßenimbiss gestillt. Auf offener Flamme wurde Hühnerflügel gegrillt, wobei an der Würze nicht gespart wurde. Der darauffolgende Brand im Rachen wurde mit dem aus einer ehemaligen deutschen Handelsstadt namens Tsingtao gelöscht. Angeblich wird das Bier nach deutschem Reinheitsgebot gebraucht. Angeblich halten die Chinesen auch sämtliche Rekorde dieser Welt….
Am zweiten Tag stand dann auch schon der Ausflug zur Terrakottaarmee auf dem Programm. Ein kurzes Frühstück bei einer amerikanischen Fast Food Kette und dann durften wir uns auch schon ganz hinten in der Warteschlange einreihen. Das Anstellen am Ende einer Schlange ist auch eher ein deutsches Phänomen, das die Chinesen gerne mal zu ihrem Vorteil ausnutzen. Aber zum Glück gab es ein paar Leute in einer Art Phantasieuniform, die ihre Autorität gern bei dem Zurechtweisen von Vordränglern ausnutzen. Nach 30min saßen wir dann endlich in einem Bus, deren Ausstattung sehr pflegeleicht ist. Sämtliche Sitze und Ablagen sind aus Plastik, sodass man zum Säubern nur einen Hochdruckreiniger benötigt. Ach toll wie pragmatisch die Chinesen doch sein können.

Doch leider ist die Konstruktion keine Freude für den verwöhnten Rücken der Westler, wenn für die 50km lange Strecke doch fast zwei Stunden benötigt werden. Vorbei an den Eisverkäufern und den ausgestellten Hundefellen kamen wir am Ticketoffice an.

5 Studentenausweise, 5 Studententickets. An der nächsten Schranke waren es dann 4 Studentenausweise, eine Kreditkarte und 5 Studententickets. An der letzten Schranke, mir ist es ein Rätsel wie man es bis hierher ohne Ticket schaffen könnte, waren es dann 5 verschieden Karten und 5 Studententickets. Das beweist mal wieder, dass die Leute auch wirklich nur ihre Aufgabe machen wie es ihnen gesagt wurde. Kein Nachdenken um was für eine Karte es sich handeln könnte, noch warum mach die Karten 3 Mal kontrollieren müsste. Egal wir waren nun endlich auf dem Gelände, wo die 3 Hallen stehen, die die Tonfiguren beherbergen. Das nötige Hintergrundwissen wurde in den 80ziger Jahren modernen 360° Kino vermittelt. Die Qualität war dementsprechend mehr schlecht als Recht. Doch die Gründe warum es die Armee überhaupt gibt, wurden zusammen mit dem Reiseführer schnell klar. Der König wollte sich auch im Jenseits vor unangenehmen Besuchern schützen und lies daraufhin die unzählig vielen Krieger erstellen. Jeder der Krieger ist durch seinen eigenen Gesichtszug einmalig. Die nachgeahmte Kleidung verrät darüber hinaus des Kriegers Rang und Funktion innerhalb der Armee.

Die weitere Besichtigung ist schnell erzählt. Man läuft durch die Hallen, wo teilweise noch Archäologen zu Gange sind und blickt von der Ferne zusammen mit den tausenden anderen Besuchern auf die Figuren. Einzig der Zoom der Kamera lässt einzelne Details erkennen. Warum die Lichtverhältnisse so bescheiden sind, weiß ich nicht genau. Aber ich könnte mir vorstellen, dass die Cleveren Händler die Hobbyfotografen von eigenen guten Fotos abhalten wollen, sodass diese sich in den eigens dafür eingerichteten Räumen zusammen mit den Tonkopien gegen Geld ablichten lassen sollen. Gegen Geld ist in China (fast) alles möglich. Nachdem wir relativ zügig mit den drei Hallen fertig waren, ging es vorbei an den Unmengen an Souvenirshops zurück zum Bus.
Den restlichen Tag haben wir im muslimischen Viertel verbracht. Charakterisiert wird dieses Viertel durch eine Moschee aus dem 7 Jh., die von persischen Händler und Reisenden in der damals größten Stadt der Welt gegründet wurde. Heute lebt in diesem Viertel die muslimische Hui Minderheit, die weiterhin als tüchtige Händler tätig sind. Außerdem sind sie hervorragend Köche, sodass wir dort meistens unser Abendmahl eingenommen haben.

Am Samstag haben wir den Köchen etwas arbeitet abgenommen und den Fladen für unsere Suppe selbst in kleine Stücke zerteilt. Auch wenn es nur zwei Handteller große Stücke waren, so hat der Spaß dann doch länger gedauert als erwartet. Belohnt wurden wir am Ende mit einer leckeren Rindfleischsuppe. Anstatt Kartoffeln wurden die Fladenstücke darin aufgeweicht. Obwohl es der Kategorie Eintopf zugeordnet werden kann, war es ein Gaumenschmaus. Doch auch auf den Nachtisch mussten wir nicht verzichten. An jeder Ecke kann man aus unzählig vielen verschiedenen Süßspeisen wählen. Da diese Kreationen aber größtenteils aus Zucker bestehen, unterscheiden sie sich oft nur durch kleine Geschmacksnuancen und dem Aussehen. Lecker zum Probieren aber auf Dauer wäre es mir zu süß und zahnfeindlich.
Am nächsten Morgen sind wir noch früher aufgestanden, um einen der ersten Busse zum heiligen Hua Mountain (Chinesisch: 华山; deutsch: Blumenberg) zu nehmen. Um für die bevorstehende Bergtour genügend Energie zur Verfügung zu haben, entschieden wir uns für ein amerikanisches Frühstück im Hostel. Leider eine ganz schlechte Idee, denn obwohl uns das Personal im Hostel empfohlen hat, frühzeitig aufzubrechen, haben sie sich geschlagenen 60 Minuten Zeit gelassen, um zwei Minischüsseln mit Müsli und ein Teller mit Ei und Toastbrot zu servieren. In unseren Augen sehr paradox, für die Chinesen ein ganz normaler Start in den Tag. Mit Verspätung haben wir dann doch endlich den Busbahnhof erreicht. Dort durften wir uns dann wieder ganz hinten in der Schlange einreihen und auf einen freien Bus warten. In der Zwischenzeit versuchten verschiedene Händler ihr Geschäft mit den wartenden Leuten zu machen. Ein älterer Herr hatte die glorreiche Idee einfache Handschuhe für 2 Yuan (25 Cent) zu verkaufen. Angesichts der erwarteten, kühlen Temperaturen auf einer Berghöhe von 2000m haben wir den Herrn monetär bereichert und uns ein wohlig warmes Gefühl an den Fingern verschafft. Nach einer zweistündigen Fahrt mit dem Reisebus, einem kurzen Anstieg mit einem Shuttlebus, einer Wartezeit von einer Stunde an der Talstation fuhren wir dann endlich mit der österreichischen Ingenieurskunst in Richtung Nordgipfel. Die Seilbahn war modern und bot einen wunderschönen Panoramablick auf die umliegenden Gipfel.

Auf dem Berg selbst wandert man über Steinterrassen und unendlichen vielen Treppen. Da wir nicht genau wussten wie lange die Busse nach Xi’an fahren würden, haben wir uns ein sehr knappes Zeitfenster für die Gipfelwanderung gesetzt. Um den am höchsten gelegenen Südgipfel zu erreichen, habe ich zusammen mit Matthias im wahrsten Sinne des Wortes die Beine in die Hand genommen. Da wir in der Talstation nicht umsonst 1 Stunde anstehen mussten, hätte der Berg auch fast wegen Überfüllung geschlossen werden können. Überall musste man anstehen und abwarten, dass die völlig aus der Puste geratenen Chinesen den Gang fortsetzten. Erstaunlicherweise ist manch ältere Dame oder Herr schneller voran gekommen als die Jugend. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir uns in China befinden und drängeln an der Tagesordnung steht. Mit dieser Einstellung im Hinterkopf sind die wir zwischen den Leuten hindurch die Treppen nach oben gesprintet. Innerhalb von 1 Stunden haben wir so mehr als 600 Höhenmeter zurückgelegt. Davon haben uns unsere Oberschenkel bis heute keinen Zentimeter verziehen. Auf dem Weg zum Südgipfel kamen wir zufällig auch an folgendem Wegestück vorbei:

Der Berg gehört nicht umsonst zu den gefährlichsten Chinas. Früher haben sich die Hobbyalpinisten ohne Sicherung auf den schmalen Holzbohlen an der Eisenkette entlang um den Berg geschlängelt. Heute werden die Besucher durch ein Seil gesichert. Aber auch diese Sicherung macht es nicht unbedingt einfacher, da es an dieser Stelle mehrere 100m in die Tiefe geht und die Konstruktion nicht unbedingten einen beruhigenden Eindruck hinterlässt. Da es sich mit Rucksack und unter Zeitdruck schlecht klettern lässt, haben wir den sichereren Weg oberhalb des Bergrückens gewählt. Nach 1,5h waren wir endlich auf dem Südgipfel. Dort bot uns die unaufhörlich, scheinende Sonne ein herrliches Bergpanorama.

Für diesen Ausblick haben sich die Mühen und Nerven wahrlich gelohnt. Nach einer kurzen Rast rasten wir den Berg wieder hinunter zur Bergstation. Währenddessen ist mir aufgefallen, dass wir die Handschuhe und die dicke Jacke überhaupt nicht gebraucht haben. Trotz der Höhe war es aufgrund der sportlichen Fortbewegung angenehm warm. Wahrscheinlich wärmten aber auch die Menschenmengen, die sich ebenfalls auf den Rückweg gemacht haben. Als Menschenlawine kamen wir schließlich an der Bergstation an, wo wir nur noch wenige Minuten hatten, um an der ausgemachten Zeit wieder am Bus zu sein. Das Problem war aber nicht die Technik, sondern, wie so oft in China, die Menschenmengen. Man hätte auf dem Berg sicher noch einen halben Abend verbringen können, um endlich nach unten fahren zu dürfen. Auch wenn der Sonnenuntergang die Bergkette in ein schönes Orange taucht, so wollten und konnten wir uns diese Szenerie nicht lange mit ansehen.

Mit unseren Ausländerbonus, einem großen Lächeln und Beharrlichkeit haben wir es am Sicherheitspersonal vorbeigeschafft, sodass wir uns direkt vorne anstellen konnten. Sorry Chinesen aber wir sind nun mal westliche Individuallisten. Zurück zum Bus und ab nach Xi’an. Den Abend haben wir dann mit einer Runde Billard und Shisha rauchen im Hostel ausklingen lassen.

Am letzten Tag haben wir uns vorgenommen ein ruhigeres Programm zu absolvieren. Das Frühstück haben wir an verschiedenen kleinen Ständen in der Altstadt eingenommen, bevor wir die Stadtmauer erklommen haben. Von dort oben hat man eine schöne Aussicht auf den Stadtkern von Xi’an. Außerdem war ein Drachenfest zu dem Groß und Klein seine selbstgebauten Fluggeräte in den Luft stiegen ließen.

Vor allem den älteren Chinesen war die kindliche Freude ins Gesicht geschrieben. Um das ganze Ausmaß der Stadt erkunden zu können, haben wir die 13,6km lange Stadtmauer mit zwei Tandems und einem Fahrrad umrundet.

Eine sehr gemütliche Radtour in 12m Höhe und ein zwischen Altstadt, Moderne und Tempeln abwechselnder Ausblick. Die Fortbewegung auf dem Kopfsteinpflaster und die schlechte Laune der Oberschenkelmuskulatur ließen die Vorankommen anstrengender werden als erwartet. Doch die Belohnung war nicht fern. Sie heißt Baskin & Robbins und zaubert aus Milch und süßen Zutaten das wohl beste Eis der Welt. Lecker! Um das Kulturprogramm abzurunden, haben wir am Nachmittag noch den Drum Tower (Trommelturm) besucht.

Früher, als die Uhrzeit den meisten noch unbekannt war, gab der Trommelschlag die Zeit an. So war zum Beispiel ein Trommelschlag zu hören, wenn die Sonnen aufgegangen war und die Tore wieder geöffnet werden konnten. Heute beherbergt die chinesische Architektonik ein Trommelmuseum und verschiedene Einrichtungsgegenstände aus vergangenen Zeiten. Kann man mal gesehen, muss man aber nicht. Schließlich machten wir uns auf den Weg, um unsere Sachen aus dem Hostel zu holen. Doch bevor wir dort ankamen, waren die 老外 [lǎowài] (Ausländer) noch einmal im Mittelpunkt des Geschehens. Ein Elektronikmarkt versuchte durch ein kleines Ballspiel für Aufmerksamkeit zu sorgen. Ziel war es einen Ball durch eine kleine Öffnung in eine Box zu werfen. Jeder Spieler hatte 10 Versuche, die der gerade aktive Chinese alle vergab. Der Matthias zögerte nicht lange und nahm den Ball in die Hand. Erster Versuch! Erster Treffer! Die Chinesen kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und klatschten voller Freude. Die weiteren Versuche endeten oftmals mit einem Treffer, sodass Matthias schnell die nötige Punktzahl erreicht, um einen Preis mit nach Hause zu nehmen. Leider gab es keine Elektronik aus dem Markt, sondern einen Kalender auf den Matthias besonders stolz war. Nicht unbedingt der Kalender an sich, sondern vielmehr die Emotionen die damit verbunden sind. Mit den Koffern an der Hand machten wir uns auf den Weg zum Flughafenbus. Leider waren wir an der Bushaltestelle nicht einzigen. Auch wenn man diese Situation bereits gewöhnt war, so hatten wir doch etwas Angst unseren Flug zu verpassen. Am Ende funktionierte die chinesische Transportlogistik und wir kamen pünktlich am Landeplatz an. Doch auch dort mussten wir bzw. Matthias noch eine Hürde überwinden. Alles andere wäre auch zu einfach. Sein Ticket war nicht auf Dienstag sondern für den vorangegangenen Montag ausgestellt. Eine ganz schlechte Situation, wenn man bedenkt, dass dem verlängerten Wochenende viele Flüge ausgebucht waren. Doch er hatte Glück im Unglück. Für umgerechnet 7 Eur durfte er den Flug umbuchen und mit uns zurück nach Hangzhou fliegen. Der Witz an der Sache ist, dass der Flug am Montag wesentlich günstiger war. Unterm Strich hat er also trotz umbuchen Geld gespart. Diese Preislogik sollte sich die Lufthansa mal abschauen. Dann würden sicher ein paar Leute weniger am Flughafen fluchen. Wie gewohnt war der Flug etwa 1,5h verspätet, was aber angesichts der relaxten Atmosphäre kein Problem war. Mit einem ruhigen Flug der Shenzhen Airline beenden wir unseren Ausflug nach Xi’an. Auch wenn die einzelnen Ausflugsziele nicht unbedingt diesen weiten Weg rechtfertigen, so war es insgesamt ein sehr schöner Ausflug. Alles in allem hat es sich gelohnt und es sind ein paar tolle Erinnerungen im Gedächtnis zurückgeblieben.

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10. Mai 2011

Wer hat an der Uhr gedreht....

vergeht die Zeit wirklich so schnell oder verlangen die ganzen Eindrücke nur nach immer mehr Aufmerksamketi? Welche von den beiden Aussagen auch die richtige sein mag, der Blog füllt sich leider nicht so schnell wie mein Gedächtnis mit neuen Bildern. Dennoch wird es in den nächsten Tagen einen neuen Eintrag über den Ausflug nach Xi'an geben.


Bis dahin gibt es noch zwei aktuelle Impressionen...





Westlake in Hangzhou




Sonnenaufgang in Shanghai
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10. April 2011

Suzhou das Venedig des Ostens



Auch wenn der Werbespruch in der Überschrift sicher übertrieben ist, so sagt dieser Satz doch einiges über die chinesische Mentalität aus.
Chinesen übertreiben gerne. Bei (fast) jeder Beschreibung wird man die Worte, größte, schnellste, oder schönste finden. In den Augen der Chinesen mag es das ja so sein. Doch wer nur etwas über den Tellerrand hinaus schaut, der weißt, dass fast nichts das größte, schnellste oder schönste ist. Warum die Chinesen immer übertreiben müssen, weiß ich nicht. Aber an das eigene Volk lassen sich die se Superlativen sicher gut verkaufen.
Chinesen vergleichen sich aber auch gern mit dem Westen. In meinen Augen hat Suzhou mit Venedig nur sehr wenig gemein, denn dafür müssten es wesentlich mehr Kanäle geben. Aber nicht nur Städte werden verglichen auch sonst werden auf dem „fake markets“ alle Marken kopiert, die aus dem Westen kommen. Der Westen suggeriert gutes, sodass eine Marke die billige Qualität schnell wieder wett macht.
Die Chinesen flanieren durch ihre Straßen und genießen zunehmend ihren Kaffee in Cafés (auf dem besten Weg Deutschland den zweiten Platz hinter den USA streitig zu machen – na gut China hat auch mehr als 10x so viele Einwohner…). Damit zeigt die chinesische Mittelschicht ihre Kultiviertheit und ihr Wohlhaben. Wo in Europa der Kaffee für den ein oder anderen ein Genuss ist, so ist es in China ein soziales Statussymbol, das nur durch die Kopie der westlichen Kultur diese Ausdrucksstärke erfahren hat.
Sich er gibt es noch viele weitere Beispiele, wo die Chinesen gern übertreiben oder Kopieren. Aus der Sicht eines Europäers wäre es viel geschickter, wenn die Chinesen ihre eigene Kreativität spielen lassen und das Kopieren anderer Vorbilder durch eigene Produkte ersetzen würden.
Kommen wir zurück zum Besuch in Suzhou. Der Ort liegt nördlich von Hangzhou und ist in etwa 2,5h mit dem Bus erreichbar.
Gewohnt haben wir in einem kleinen aber feinen Hostel direkt in der Altstadt,

dass für seine alten Gebäude und kleinen Kanälen bekannt ist. Auch wenn die Gebäude für den Tourismus renoviert wurden, so vermitteln sie ansatzweise das frühere Aussehen Chinas.

Nach einem Mittagessen bei einer Art Mc Donalds für Dumplings, haben wir uns entschlossen die Geschichte mit einem Besuch im neumodernen Teil Suzhous hinter uns zu lassen. Am Time Square (wer hätte es auch anders erwartet) gibt es alles was das Herz begehrt. Von Burger, über Pizza bis hin zu Steaks reihen sich die Restaurants aneinander, um den Chinesen das Gefühl zu vermitteln, sie seien in Europa/Amerika angekommen.
Wie zu Hause haben wir uns dann aber doch nicht gefühlt, da die italienische Pizza mit einem sehr dicken Boden serviert wurde und die Cocktails mit Chemikalien nicht nur die Farbe gemein hatte. Doch als wir die Rechnung gesehen haben, kam das Lächeln zurück, denn 1€ für einen Salat mit Shrimps ist nun wirklich nicht zu viel verlangt. Auf der Straße wurde unsere Aufmerksamkeit schnell auf eine Brücke gelenkt. Am Tage noch mausgrau und in der Nacht ein riesiger Leuchtwurm. Die komplette Unterseite war mit Displays ausgestattet auf denen Werbung und kurze Animationsfilme liefen. Ich muss gestehen, dass ich so ein Ausmaß eines Fernsehers noch nicht einmal in Korea gesehen habe. Das bestätigt doch die Vermutung, dass Chinesen kreativ sein können, wenn sie denn nur wollen.
Der restliche Abend wurde durch westliche Bars und Musik bestimmt.
Am nächsten Tag ging es früh raus, um den herrlichen Sonnenschein am Tiger Hill genießen zu können. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, aber dieser Park war ruhig, sauber und grün. Adjektive, die ich das letzte Mal in Deutschland verwendet habe. Abgerundet wurde der Ah-, OH-, Mh-Ausdruck durch einen hellblauen Himmel.
Kein Dunst oder Smog weit und breit zu sehen. Herrlich, wenn es doch nur überall so in China wäre. Die Farben blieben aber die Ruhe wurde nach kurzer Zeit durch die chinesischen Ausflügler zerstört. Ruhe ist für Chinesen ein Fremdwort (oder sie sind vielleicht alle taub) und so werden Gesprächspartner am Telefon gern angeschrien oder es wird schief gesungen und gepfiffen. Zu diesem Hörgenuss gesellt sich gern noch das Hochziehen diverser Schleimablagerungen, die dann mit voller Kraft in der Natur entsorgt werden. Das spart Taschentücher, schont die Umwelt und spart unser Geld. Richtig unser Geld, da einem dabei der Appetit so sehr vergehen kann, dass man für die nächste Zeit der Versuchung von Süßem oder ähnlichem leicht widerstehen kann.
Neben dem Venedig ist Suzhou außerdem für seine Gärten bekannt, welche solch eindrucksvolle Namen tragen wie der „Garten des Bescheidenen Beamten“ oder „Garten des Meisters der Netze“. Wir haben wohl eindeutig den Falschen erwischt, da es nichts weiter als ein kleiner Park war, bei dem man Eintritt zahlen musste…
Am Ende des Tages sollte uns ein Taxi nur noch zum Busbahnhof bringen. Das Wörtchen „nur“ dient in diesem Satz als Ausdrucksmittel, dass eine Taxifahrt in China nichts Besonderes ist. Sobald der Fahrer verstanden hat, wo es hingeht, kann man sich gemütlich zurücklehnen und die Augen schließen. Letzteres ist wichtig, um die grauenvollen Fahrkünste nicht mit ansehen zu müssen. Es wird gern die Vorfahrt genommen, falsch herum in eine Straße eingebogen oder andere Autofahrer durch riskante Überholmanöver fast abgedrängelt. Ein Gurt ist auf den hinteren Sitzplätzen überbewertet und so bleibt einen nichts anderes als von deutschen Autobahnen zu träumen. Am Ende erreicht man aber (fast) immer kostengünstig und zügig sein Ziel. Doch das Wörtchen „nur“ hat noch eine weitere Aufgabe in diesem Satz. Es soll außerdem zum Ausdruck bringen, dass es das letzte Hindernis war, dass uns vom Busbahnhof getrennt hat. Das Problem ist nicht die Taxifahrt. Viel mehr ist es das größere Problem überhaupt ein Taxi zu bekommen. Ähnlich wie auch in Hangzhou gibt es zu bestimmten Zeiten fast keine Taxis. Entweder sie sind bereits mit Leuten besetzt, die gerade Feierabend haben oder die Taxifahrer sind auf dem Weg zu ihrer Garage, um die Schicht zu wechseln. Beides fällt so unglücklich zusammen, dass man sich regelrecht die Beine in den Bauch stehen kann. Oder man macht es so wie wir und fängt einfach an zu laufen. Am besten in die Richtung, wo das Ziel vermutet wird. Unsere Richtung war wirklich nur eine Vermutung und sie war gnadenlos falsch. Die befragten Chinesen waren leider auch keine Hilfe, da sie uns in die falsche Richtung geschickt haben oder uns weiß machen wollten, dass das Ziel gleich hinter der nächsten Ecke auf uns wartet. Auch eine Karte konnte uns nicht weiterhelfen, da sich Chinesen darauf nur sehr schwer zurechtfinden. Oftmals wissen sie selbst nicht, wo sie sich gerade auf der Karte befinden. Nach einigen Kilometern und dem Bahnhof bereits in Sichtweite haben wir uns schließlich für einen Bus entschieden. Die Zeit lief gnadenlos gegen uns und wir hofften, dass die Linie direkt zum Bahnhof fährt. Den Gefallen hat sie uns leider nicht getan und so sind wir wie ein Geier um seine Beute um den Bahnhof gekreist. Der Radios wurde immer kleiner und die verbleibende Zeit leider auch. Mit einem Sprint ala Usain Bolt ging es an den Sicherheitskontrollen vorbei. Wie im Film rannten wir mit den Koffern in Richtung Bus und haben ihn am Ende pünktlich erreicht (wir haben uns zwischendurch entschieden einen Bus später zu nutzen, was kein Problem ist, da fast alle 30min ein Bus fährt…)
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1. April 2011

Hallo großer, roter Drache! (Teil 2)

Warum sollte es in Hangzhou anders zugehen als im restlichen China? Weil Hangzhou einen See hat, der schöner als die restlichen Seen Chinas ist. Ob das wirklich stimmt, kann ich aufgrund der riesigen Größe Chinas nicht persönlich verifizieren. Wenn man sich aber die Werbung für Hangzhou ansieht, dann kann man von dem Glauben nur schwer abweichen. Der See heißt, wie bereits erwähnt, Xī Hú (Chin. 西湖; englisch "West Lake") und schließt sich direkt an die Innenstadt an. An der ruhigeren Westseite kann man durch einen botanischen Garten spazieren, den See über eine Art Steg überqueren oder durch den Bambuswald schlendern. Da ich das Gebiet in den nächsten Wochen selbst noch erkunden muss, möchte ich an dieser Stelle auf eine detaillierte Beschreibung, welche dann nur von Wikipedia kopiert wäre, verzichten. Kommen wir zurück zur Arbeit, denn schließlich verbringe ich dort mehr als 1/3 meines Tages. Der Geschmack des Essens ist weiterhin auf hohem Niveau und meine Geschwindigkeit, den Reis direkt aus der Schüssel in meinen Mund zu schaufeln, hat rapide zugenommen. Zwar erreiche ich noch nicht die Rekordzeiten meiner Kollegen, aber ich glaube, sie sind froh, dass ich mich an die chinesischen Tischmanieren angepasst habe. Somit bleibt in der Mittagspause immer noch Zeit für einen Spaziergang auf dem Werksgelände. Das sieht dann von außen sicher so aus, als hätten die Knastbrüder Ausgang bekommen. Zum Glück dürfen wir im Gegensatz zu den Gefangenen, das Gelände pünktlich verlassen. Im wahrsten Sinne des Wortes wird der Stift um 16:30 Uhr fallengelassen. Da gibt es kein wenn und aber, denn schließlich müssen einige Kollegen einen der Werksbusse nutzen. An deren Zeitplan muss man sich dann auch halten, kommt doch der Bus für die Leute, die länger bleiben müssen, erst wieder in einer Stunde. Wir Praktikanten sind da etwas flexibler. Unsere Füße bzw. Fahrräder bringen uns die 1,6km zu jeder Tageszeit nach Hause. Ganz idyllisch am Straßenrand einer 6 Spurigen Straße. Eine Ausnahme gab es dann aber doch. Um zum chinesisch Unterricht zu gelangen, haben wir den Firmenbus genutzt. Die vielfältigen Sprachen unserer Welt hatten es mir ja bereits zu Schulzeiten angetan. Nachdem ich mich schon durch zwei europäische Sprachen gequält habe, wollte ich dem ganzen jetzt noch die Königskrone aufsetzen. Um es kurz zu machen. Der König wurde gestürzt, bevor er überhaupt auf dem Thron saß. Nach 10 Unterrichtsstunden waren die Grundlagen gelernt, um den Taxifahrer zu navigieren oder im Restaurant Reis zu bestellen. Das Bier bekomme ich kalt serviert und die Zahlenkenntnis reicht, um mehr als zwei Dumplings (chin. Art von Maultaschen) bestellen zu können. Auch wenn mich nicht einmal meine Kollegen von der Aussprache her verstehen, so habe ich mein Ziel erreicht. Jegliche Konversation die mehr Worte benötigt, ist es entweder nicht wert oder kann auch in der internationalen Zeichensprache geführt werden!

Kommen wir zum letzten Punkt, den es über das Leben in Hangzhou bis dato zu berichten gibt. Vielleicht habe ich es schon erwähnt, wenn ich es noch nicht getan habe oder wenn ich doch schon getan habe, dann als Auffrischung, das Essen ist hier sehr fettig. Deshalb gibt es im Supermarkt das Öl auch gleich im Vorratspack:

Das hat auf der einen Seite zur Folge, dass einige Gerichte neben dem eigenartigen Geruch auch noch unappetitlich aussehen. Auf der anderen Seite ernährt sich davon auch das Hüftgold. Um dem entgegen zu wirken, geht es mehr oder weniger regelmäßig ins Fitnessstudio. Um die Sportlichkeit auf höchste zu betonen, hatten wir die Idee, die 4,5 Km lange Strecke zum Studio mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dennoch macht es einfach keinen Spaß, wenn man ein Fahrrad hat, bei dem das Kniegelenk nicht über den 90° Winkel hinauskommt. Man könnte meinen, dass der Vorgänger das Fahrrad einem Kind weggenommen hat und sich dieses mit einer kaputten Pedale gerächt hätte. Die Pedale habe ich für umgerechnet 60cent inkl. Material repariert bekommen. Doch an der Größe lässt sich leider nichts mehr machen. Somit wird der Drahtesel nur für den Weg zur Arbeit eingesetzt. Zu allen anderen Zielen bringt uns entweder das Taxi oder ein Bus.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass die zukünftige Berichterstattung kürzer und bunter ausfallen wird. Das spart dem Verfasser und dem Leser Zeit und gibt die Realität sicher besser wieder als die schnöden weißen Buchstaben.
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28. März 2011

Hallo großer, roter Drache!

Ronny in Seoul – nein wohl eher im Kommunikations-Nirwana Hangzhou. Na gut ich muss zugeben, dass die Schuld der elektronischen Inaktivität weniger der chinesischen Telekom zuzuschieben ist, als dass wir nicht in der Lage waren, die chinesischen Schriftzeichen im WLAN-Routermenü (der Kasten, der das Internetkabel in Funkwellen umwandelt) zu verstehen. Doch die Rettung vor der totalen Desozialisierung war nicht weit entfernt, sodass mir ein chinesischer Kollege beim Entziffern der Hieroglyphen beiseite stand. Schließlich dauerte es noch ein paar weitere Tage bis ich endlich wieder Zugang zu Facebook, dem Blog und diversen anderen Seite, wo man seine positive Meinung über China äußern könnte, hatte.

Letztendlich bin ich aber wieder mit super schneller 56k/s Verbindung (Verkehrstau gibt es in China nicht nur auf den Straßen) im Internetzeitalter angekommen und kann meine Eindrücke der Welt offenbaren.

Mit Blick in Richtung Osten wünschte ich mir aber dennoch keinen Internetzugang zu haben, denn sonst hätte ich von der misslichen Lage Japans nichts erfahren. Entweder den chinesischen Kollegen scheint die heikle Situation nicht ernsthaft zu interessieren oder ihre Medien setzen ihnen jeden Tag die rosarote Brille von neuem auf. Ich muss zugeben, dass ich mir auch solch eine Brille zugelegt habe. Sie heißt Jod und lässt die Welt auch voller Heil und Freude erscheinen.

Doch bevor ich die Uhr noch einmal zurückdrehen möchte, sehe ich gerade einen chinesischen Handwerker vor mir. Ich muss sagen, er ist nicht der schnellste aber dennoch im Hinblick auf die Ressourcen einer der nachhaltigsten. Blätter und IPADS waren gestern, er schreibt und malt den Aufriss seines Werkes einfach auf seinen Arm. Überseht mit unzählig vielen Zahlen und Linien hat er so seine Anforderungen immer im Blick. Clever, clever diese Chinesen. Gut, dass nebenbei die Klimaanlage mit der Energieeffizienzklasse 5 den Raum erwärmt (oder es zu mindest versucht, aber dazu später mehr), sonst hätte China sicher schon längst den Nachhaltigskeitspreis verliehen bekommen.

Doch wie dem auch sein. Meinen Beitrag zur Klimaerwärmung habe ich jedenfalls mit dem 10-stündigen Flug von Amsterdam nach Hangzhou geleistet. Da die Maschine zu mindest von den Passagieren her unterbesetzt war, gab es genügend Platz, um es sich in der Holzklasse gemütlich zu machen. Eine Rückmassage gab es kostenlos dazu. Die ganze Nacht lang. Ein Traum? Nein viel mehr ein kleiner Junge, der es seinem schlafenden Bruder nicht gleich machen wollte und lieber seine Kräfte an meinem Sitz ausließ. Ein schlafloser Vorgeschmack auf die kommenden Nächte in Hangzhou.
Dann ging es mit dem Taxi auch schon zum Appartement. Der Fahrer hatte zwar keine Ahnung, wo der Block liegen sollte, fuhr aber vorsichtshalber schon einmal los. Seine Unsicherheit sollte mich demnach nicht veranlassen, dass Fahrzeug zu verlassen. An der Wohnung angekommen, wurde ich freundlich vom Hausverwalter hereingelassen. Sollte irgendwann einmal kein Smog in Hangzhou sein, dann hätte man aus dem 24 Stock sicher einen sehr guten Ausblick. Aber zu diesem Erlebnis sollte es gar nicht mehr kommen. Das mir zugeteilte 6m² Zimmer hatte seine Fenster direkt auf eine 6 spurige Straße gerichtet. Für Fenster mit Schallschutz ist der Lärm sicher kein Problem. Für Fenster, die mit Papier nur die Transparenz ungemein haben, eine schier unmögliche Aufgabe. Also nichts wie weg und ab in den 17. Stock in einem anderen Gebäude. Der Ausblick in die graue Nebelwand bleibt mir erhalten. Der Lärm dank Baustelle auch. Doch die Aussicht auf ein großes, ruhiges Zimmer nebenan, ließ die Sorge um die nächtliche Ruhe verblassen.





Der erste Arbeitstag war schnell vorüber. Es gab zwar noch keine Aufgaben aber eine kurze Vorstellung der 6 Kollegen. Alle wirken sehr freundlich aber auch zurückhaltend. Etwas anderes habe ich aber auch nicht erwartet. Schon gar nicht von einer Kollegin, die mir nicht einmal bis zur Brust reicht. Am Mittag ging es geradewegs in die Kantine. Schon der Geruch verblies jeglichen Hunger. Die erste Wahl ging anschließend auch gleich wieder zurück zum Koch. Ich glaube, er hatte einen schlechten Tag und sich mit dem Salz vertan. Auch wenn die Worte einen kritisch Eindruck erwecken könnte, so muss ich gestehen, dass ich das Essen mittlerweile gar nicht mehr so schlecht schlecht finde. Da immer nur kleinen Schalen mit Gemüse, Fleisch, Torfu und Reis serviert werden, kann man sich schon mal das ein oder andere Gericht gönnen und die Leckereien herausfiltern. Darüber hinaus kostet ein Schälchen etwa zwischen 10 und 30 cent. Dementsprechend muss man das ein oder anderen verschmähte Essen nicht nachtrauern.
Um dem Jetlag noch etwas entgegen zu wirken, ging es am Abend zusammen mit den anderen Praktikanten in die Mayabar. Nicht nur wegen seiner guten Musik beliebt unter den Ausländern, sondern auch aufgrund der günstigen Preise für ein Glas Bier. Nicht das die fremde Kulturen einen neuen Praktikanten genug schocken könnte, gab es von den Alteingesässenen noch eine Runde Schlangenschnaps spendiert. Nicht lecker aber ein gutes Betthupferl.
Damit ging der erste Tag in China ging zu ende und ich muss sagen, ich hatte verdammt noch mal keine Lust mehr. Lärm, Chaos und Gestank bestimmten die Eindrücke. Nicht einmal die Erfahrung in Korea half darüber hinweg. Kulturschock bleibt Kulturschock.

Doch bereits am zweiten Tag legten sich die Zweifel wieder. Die Wolken verzogen sich und der Chef stellte mich den Teamleitern innerhalb des Werkes vor. Meines Erachtens hätte er sich die einzelnen Namen sparen können, denn ob er nun Wo, Li, oder Zhang heißt – bei der nächsten Vorstellungsrunde waren die vorhergehenden alle wieder vergessen. Was mich viel mehr erstaunte war das Chaos. Das Chaos auf den Straßen war man ja gewohnt. Aber hier in der Produktion war es noch einmal etwas anderes. Die kleinen Transportwagen und Gabelstapler fahren kreuz und quer durch die Halle. Die Hupe ist dabei das wichtigste Ausdrucksmittel, um die eigene Stärke präsentieren zu können. Wenn zwei Fahrer die gleiche Lautstärke fabrizieren, kommt es wie in der Tierwelt zu Rangeleien. Demzufolge kann es schon mal passieren, dass sich die Gabeln der einzelnen Gabelstapler im wahrsten Sinne miteinander verheddern. Unfälle sind damit vorprogrammiert. Dagegen tragen die Fließbandarbeiter mit ihren monotonen Arbeitsschritten fast schon zur inneren Ruhe bei.

Lassen wir die Arbeit Arbeit sein und widmen uns der Stadt Hangzhou (chin. 杭州). Hangzhou (ausgesprochen Hangschow) ist die Hauptstadt der Zhejing Provinz und gehört zu den schönsten Städten Chinas. Das sagen die Chinesen, das sagt die Regierung und das äußerte bereits Marco Polo mit seiner Aussage, dass „Hangzhou die schönste Stadt der Welt sei“. Da wir etwas außerhalb wohnen, konnte ich noch nicht jeden Winkel der mehr als 6 Mio. Einwohner Stadt unter die Lupe nehmen. Hangzhou ist für seine Seide (frühere Anbindung zur Seidenstraße) und dem Anbau des grünen Longjing Tees bekannt. Die Teeplantagen scheinen ein schöner Ort zu sein, um den Frühling genießen zu können. Trotzdem wäre ein idyllisches Bild an dieser Stelle nicht mehr als eine Illusion. Das restliche Gesicht der Stadt wird durch graue Betonbauten, Autos und Baustellen bestimmt. Warum sollte es hier auch anders als im restlichen China sein? Fortsetzung folgt
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19. Februar 2011

Das Abenteuer geht weiter

Doch etwas schockiert bin ich schon. Erst dachte ich, dass kann doch gar nicht wahr sein. Aber so ist wohl wirklich. Der letzte Eintrag liegt fast 2 Jahre zurück. Ein langer Zeitraum, wo viel passiert ist. Nicht nur in der Welt, die die Tagesthemen jeden Tag zeigen. Auch in meiner Welt hat sich die Tapentenfarbe geändert. Ja sogar das Wetter ist heute ein anderes. Leider keine 30°C wie beim letzten Blogeintrag aus Australien. Viel mehr 3°C und stark bewölkt. Willkommen in der Realität. Willkommen in der Stadt in dem die Leute noch immer wie vor 100 Jahren für ihren Bahnhof kämpfen und demonstrieren. Willkommen in Stuttgart.
Eine berechtigte Frage wäre jetzt - warum schreibt er im Auslandsblog über Stuttgart. Es heißt doch Ronny in Seoul und auf der Welt und nicht Ronny im Land der Spätzle und Maultaschen. Auch wenn das Schwabenländle aus der ein oder anderen Perspektive fremd wirkt, so ist es noch kein Grund für einen Blogeintrag.
Vielmehr ist es der Ausgangspunkt für das nächsten Abenteuer in Asien.

Hangzhou in China heißt das Ziel und dahin mache ich mich jetzt auch auf den Weg!


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21. Februar 2009

Von Kängurus, Wicked Campern und Kilometern

189 Tage in der Ferne und doch vergingen sie schneller als man beim Abflug dachte. Nach Hause geht es nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Endlich wieder alle sehen, die deutsche Küche genießen und zu Hause sein. Doch ich wäre auch gern weitere Tage, Monate mit dem Camper (oder luxuriöser) durch Australien gereist. Alles hat jedoch ein Ende und so heißt es wieder sparen, damit noch die Westküste Australiens und andere Teile derWelt erkundet werden können. Aber bevor es mit dem Alltag weitergeht, gibt es jetzt erst einmal eine Zusammenfassung unserer Reise an der Ostküste.
Fakten:
Länge: 5784km
Zeit: 21 Tage (18 mit Camper)
Camping in Nationalparks:
Camping auf Campingplätzen:
Nächte außerhalb des Campers: 2 Nächte
Einkäufe:
Benzin: 600l
Regentage: Camper Name: Hitz
Typ: Mitsubishi Express
Baujahr: zwischen
Power: 78 kW
Verbrauch: 10l
Ausstattung: Klimaanlage; CD-Radio; Umbau mit Stauraum; Betten; Arbeitsplatte mit Spülbecken (und direkten Abfluss nach außen); Kühlbox; Tisch; 2 Klapp(rige) Stühle; Gaskocher; Topf und Pfanne; Plastikgeschirr Mängel: Tankanzeige zeigt nach 300km einen leeren Tank (obwohl 50l Tank); Falsche Spureinstellung (sodass der Camper bei mittlerer Lenkradstellung nach links fährt);
Schwache Bremsleistung;
Steinschläge in der Frontscheibe; Panne: Reifenpanne Verbesserungen: 2. Batterie und 220V Anschluss im Camper;
elektrischer Kühlschrank
Tempomat Am 24. Januar 2009 ging es früh aus den Federn, denn unser Flug startete schon um 9 Uhr. Dank unserem Taxi „Cuddy“ konnten wir aber einen Tick länger schlafen, da wir so nicht auf die Nahverkehrsmittel angewiesen waren. Ein schneller Check-in und schon saßen wir im Flugzeug der Virgin Blue Airline nach Cairns, wo unsere Reise an der Ostküste Australiens starten sollte. Ein Sitzplatz ohne Fenster, keine Snacks (da diese im Billigflieger extra kosten) und ständige Werbung vor den Augen ließen die 3 Stunden Flug (ja auch nach 3 Stunden fliegen befindet man sich noch in Australien – es ist größer als es auf der Karte aussieht) nicht wirklich schnell vergehen. Schließlich kamen wir aber überpünktlich am Flughafen (oder sollte man sagen Flugplatz) von Cairns an. Unser Kleidungsstil musste sich nach der Ankunft aber rasch ändern. Nicht dass in Cairns ein anderer Modestil herrscht die Temperaturen von 42°C und gefühlte 80% Luftfeuchtigkeit ließen den Körper nur so transpirieren. Mit dem Taxi waren wir dann auch schnell beim Wicked Camper Depot angekommen.
Da wir kurz vor Ladenschluss nicht die einzigen waren und unsere Anzahlung nicht mehr auffindbar war (wir haben 6 Monate im Voraus gebucht, was scheinbar weit über dem Durschnitt liegt). Die Zeit konnten wir aber gut für eine kurze Shopping-Tour nutzen. Shoppen bei Wicked?!? Ja so klein das Depothäuschen auch ist, im Inneren befindet sich eine Ecke mit allerlei Dingen, die die Camper bei der Autoabgabe nicht mehr brauchten.
Wer will auch schon Salz und Pfeffer mit nach Hause nehmen? So können sich neue Camper aber schon mit ein paar essentiellen Dingen eindecken und das Ganze ist dann auch noch kostenfrei. Mit einer kleinen Grundausstattung konnten wir dann unseren Fahr- und Schlafplatz in Empfang nehmen. Er ist blau und mit den Beatles besprüht, von Mitsubishi und hört auf den Namen „Hitz“. Nach einen kurzen Check zur Übergabe (aber nur Oberflächlich, da Kratzer und kleinere Schäden keine Auswirkungen haben) und schon saß am Steuer. Gar nicht so einfach…. Zumindest, wenn man 5 Monate kein Auto mehr gefahren ist, der Schalthebel links und alles nicht mehr im beweglichsten Zustand ist. Aber ich kann gleich vorweg nehmen, dass man sich an das „Linksfahrübel“ sehr schnell gewöhnt. Der Start unserer Campingtour war als gemacht und erstes Ziel war die Touristeninformation. Von irgendwo brauchten wir ja eine Straßenkarte ;) Außerdem haben wir dort auch gleich unseren Tauchausflug zum Great Barrier Reef für den Sonntag gebucht. Der Herr hinter dem Schalter war ausnahmsweise mal sehr gesprächig und hat uns auch gleich einen Platz im National Park für die erste Nacht empfohlen. Wir mussten ja erstmal Erfahrungen sammeln wie und wo man campen kann. Denn in der Stadt und am Strand ist es in der Hauptsaison fast unmöglich. Unsere Ausstattung haben wir am frühen Nachmittag bei Coles/Target um Plastikbesteck, Lebensmitteln, Waschmittel, Müllsäcken und einer Taschenlampe (Die eine Batterie, die der Camper besitzt war uns zu heilig, um sie für die Lampe im hinteren Teil zu nutzen). Noch etwas Sightseeing und ein Bad in der Strömung der Klamm und schon waren wir auf den Weg zu unserem ersten Schlafplatz. Die letzten Kilometer haben wir auch gleich für einen Härtetest des Campers genutzt. Über eine Schotterpiste ging es 5km querfeldein. Im Voraus hatte uns Marko noch den Tipp gegeben schneller über die Rillen zu fahren. Der Tipp war sehr wertvoll, denn so sind wir den halben Weg und haben den Camper nicht schon am ersten Tag zerlegt. Nach den Strapazen (mehr für das Auto als für uns) bot uns dann ein herrlicher Blick auf den Platz für unsere erste Nacht. Geprägt wurde die Umgebung von grünen Bäumen und einen kristallklaren Wasserlauf, der sich seinen Weg durch ein paar Felsen schuf. Letzteres war Bad und Abkühlung in einem. Keine Angst auf die Toilette muss auch in der Natur nicht verzichtet werden. Es gab immer noch ein „Plumpsklo“ und ein paar Wassertropfen für die Hände. Bei freiem Blick auf den Sternenhimmel wurde sogar das Zähneputzen zum Erlebnis. Doch so richtig entspannt war die erste Nacht im Camper noch nicht. Die Umgebung war uns einfach noch nicht geheuer, die Tierwelt in der Nacht ziemlich laut und dann war da noch der Regen. Tropfen im freien Fall und ein Blechkasten harmonisieren leider nicht mit dem Schlaf. Das Resultat war, dass wir schon früh um 5 nicht mehr schlafen konnten. Aus diesem Grund machten wir uns am Sonntag im Morgengrauen auf den Weg zurück nach Cairns. Das erste Frühstück genossen wir auf einen kleinen Berg im Sonnenaufgang und dem Blick auf das aufwachende Umland. Pünktlich um 8 Uhr waren wir dann auf dem Schiff, das uns zum Tauchspot bringen sollte. Da ich noch nie tauchen war und dementsprechend auch keinen Tauchschein habe, gab es für mich erst einmal eine Unterweisung über die Unterwasserwelt und das Tauchen. Für Tina gab es im anderen Teil des Schiffes ebenfalls eine Unterweisung. Doch mehr als Auffrischung mit Informationen über die Tauchspots. Nach der Ankunft beim ersten Ankerpunkt war für mich dann auch der Augenblick des Abtauchens gekommen. Während Tina mit ihrer Gruppe schon am Erkunden des Riffes war, ging es für uns vierer Anfängergruppe erst einmal Schrittweise nach unten. Zu erst mussten wir die 3 Grundtechniken vorzeigen (Druckausgleich der Ohren und Maske, im Falle von Wasser in der Maske und im Falle, dass wir den Schlau der Sauerstoffversorgung verlieren).
Einem war das Atmen Unterwasser doch nicht ganz geheuer und so ging es zu dritt mit dem Tauchlehrer an der Hand dem Riff entlang. So ganz entspannt atmen konnten wir aber alle noch nicht. Aber mit der Zeit durften wir uns auch allein voran bewegen und vor der Kamera (wir hatten eine Fotografin an Board) posieren.
Nach 30min war mein Sauerstoff auch schon zu Neige gegangen und es ging zurück an die Wasseroberfläche. Was für ein Abenteuer und folglich habe ich mir vorgenommen auch einen Tauchkurs über die Uni zu machen. Jemand Lust mit zu tauchen? Für mich ging es an diesem Tag aber nur einmal zum Meeresgrund. In der Zeit wo Tina noch 2 weitere Male tauchen war, ging es für mich mit Flossen und einem Schnorchel an der Meeresoberfläche über das Great Barrier Reef. Auch von oben ergibt sich einem ein fantastischer Anblick, auch wenn die Korallen nicht zu farbenfroh waren. Am späten Nachmittag waren wir dann wieder auf 4 Rädern unterwegs. Unser Ziel war es soweit wie möglich in Richtung Cape Tribulation (150km nördlich von Cairns). Beim Anbruch der Dunkelheit haben wir uns dann die nächst mögliche Stelle zum Campen gesucht. Leider gab es in Wongabeach nur einen bezahlpflichtigen Campingplatz. Da wir dort nicht illegal stehen wollten, sind wir zurück zu einer Tankstelle an der Hauptstraße gefahren. Dort durften wir erstmal für 2A$ duschen und kostenlos hinter dem Gebäude stehen bleiben. Geheuer war es uns dort nach Ladenschluss aber nicht. Ständig kreisten irgendwelche Autos und Typen um den Platz. Also haben wir den Motor doch noch einmal angeworfen und uns am äußersten Rand des Campingplatzes gestellt. Für eine Registrierung war es leider schon zu spät… auch die zweite Nacht in Folge war nicht wie unser Bett zu Hause. Es war schwül warm, die Matratzen klamm, es Regnete mal wieder auf den Blechkasten und Tierwelt war im angrenzenden Regenwald auch nicht gerade leise. Also haben wir uns wieder relativ zeitig auf die Weiterreise gemacht. Die Straße wurde immer enger und rechts und links vom Regenwald begrenzt. Doch sie war zum Glück noch ohne Allradfahrzeug befahrbar.
Bevor wir uns dann mit einem Guide in den Regenwald wagten, haben wir noch den Strand und die Umgebung von Cape Tribulation erkundet. Wer jetzt denkt na nicht schlecht: warmes Wetter, ein Regenwald bis zum Strand und ein Meer vor der Tür das würde ich jetzt gern haben – die Gedanken können wir leider nicht teilen. Überall wo sich etwas Wasser ansammelte war das Baden verboten. Es wimmelt dort nur so vor Krokodilen (obwohl ich nie eines in freier Wildbahn gesehen habe…) Die Tour durch den Regenwald war spannend und elitär, denn wir hatten am Australia Day (Feiertag) eine Führung nur für uns 2. Zu dem führte sie durch Stellen zu denen der Besitzer (ja die Regenwaldteile, wo Führungen angeboten werden, sind in privater Hand) noch keine Gäste geführt hatte. Wir konnten uns so mit ihm überall mögliche Unterhalten während wie durch das Dickicht des zu den ältesten Regenwäldern der Welt gehörenden Grün wanderten. Zu viele Tiere gab es aber leider nicht zu sehen, da die meisten Nachtaktiv sind – wie zum Beispiel die 6m langen Pythons, die auch gerne mal zu ihm nach Hause zu Besuch kommen (seine Kindern zelten natürlich auch gern mal in der Abgeschiedenheit in der freien Natur…) Am Ende durften wir dann noch in seinem Naturpool baden. Glasklares Wasser, das durch 2 Flüsse gespeist wird. Das ist mehr Luxus als jeder gemauerte Pool in der Welt. Wer den Text aufmerksam gelesen hat, wird sich fragen, wo die Krokodile bleiben. Richtig die gibt es auch dort, aber sie waren wohl auf der anderen Seite der Straße. Dennoch hat uns der Besitzer noch einmal zu sich gerufen. Zufälligerweise waren in der Nähe 2 Kosovaries (das sind nicht die Einwohner Kosovos) unterwegs. Wir haben uns gleich mal die Kamera geschnappt und sie in freier Wildbahn beobachtet. Nicht schlecht einen so großen Vogel ohne Zaun zu begegnen. Aber alles kein Problem, wir haben ihnen nichts getan und sie uns nichts (auch wenn sie unverständnisvoller Weise im Zoo als gefährlichste Vögel eingestuft werden). Nach diesem Ausflug der besonderen Art ging es wieder in Richtung Süden. Etwas von der Küste entfernt sind wir in den Atherton Tablelands und schließlich in der Stadt Atherton gelandet. Dort haben wir uns dann das erste Mal einen privaten Campingplatz genommen. Aber auch nur um mal wieder Internet zu haben. Die Verbindung war zwar sehr schlecht, aber die Zwecke hat es erfüllt. Dort haben wir dann auch gleich das erste Mal die Wäsche gewaschen (und dank den Tipps von Marko und Mirja mit Wattestäbchen anstatt mit A$ bezahlt) und „gekocht“ - Spaghetti. In dieser 3. Nacht gab es auch endlich mal wieder einen halbswegs guten Schlaf (was sicherlich auch schon an der Müdigkeit lag) Mit dem Aufgehen der Sonne sind wir dann auch schon in den Dienstag (27.01) gestartet. Die Fahrt an diesem Tag sollte uns wieder weiter an die Ostküste bringen.
Mit 3 kurzen Stopps an den Millerwasserfällen ging es weiter nach Mackay und Townville. Im letzteren Ort haben wir vergeblich den Weg auf den Berg gesucht, der sich Mitten in der Stadt als hervorragenden Aussichtspunkt darstellt. Aber so verkehrt waren wir gar nicht. Denn in der Touristeninformation hatten wir erfahren, dass unsere Karte einige Fehler enthält und wir so nie ankommen können. Nach einem hervorragenden Ausblick über Townsville mussten wir die Reise aber schon weiter fortsetzen. Weiter in Richtung Süden (und leider nicht der Sonne entgegen) bis wir dann schließlich in Airlie Beach ankamen. Die Fahrt dorthin war doch schon sehr anstrengend. Zum einen ließ sich das Gaspedal relativ leicht treten und man dann irgendwann einen Krampf im Fuß bekommt, um die Geschwindigkeit auf 100km/h zu halten. Wir wollen ja keine Strafzettel riskieren, da dieser in Australien einen tiefen Krater im Portemonnaie hinterlässt. Um zum anderen verläuft der Bruce Highway (Number 1) gerade und langweilig. In Airlie Beach hieß es dann im dunkeln einen Rastplatz für die Nacht zu suchen. Gar nicht so einfach, dass es fast überall verboten ist im Ort zu kämpfen (würde mich aber auch nerven, wenn ständig irgendwo Camper hausieren). Wir hatten dann einen netten Platz im Hafen gefunden. Hinter einem anderen Camper und mit öffentlichen Toiletten und Duschen vor Ort. Doch leider wurde uns der Schlaf(platz) nicht gegönnt. Ein Wachmann kam zufällig (nach einem Telefonat mit dem Hotel auf der gegenüberliegenden Straßenseite) an unserem Camper vorbei. Aufstehen! Ihr habt 5min um euch aus dem Staub zu machen, anderenfalls wird eine Straße von 1500A$ Dollar fällig! Danke für den freundlichen Hinweis, aber warum darf der andere Camper stehen bleiben? Weil er dort parkt und im Hotel schläft. Na gut, dann sind wir auch schon weg. So oder so ähnlich kann die doch etwas einseitige Konversation beschrieben werden. Da es dunkel und regnerisch war, wussten wir überhaupt nicht, wo wir noch kostenfrei stehen könnten. Also haben wir uns beim nächsten Campingplatz einquartiert. Da wir dort nicht schwarz stehen wollten, habe ich um 23:30Uhr die Klingel für „späte Anfragen“ betätigt. Keine gute Idee, da sie uns unterstellten, dass wir nicht wüssten wir spät es sei. Oh doch das spüren und wissen wir (hätte ich sie fast beruhigen wollen). Doch nach kurzem Zähne knirschen, durften wir die Nacht für 20A$ dort verbringen, obwohl wir doch nur einen Parkplatz zum Schlafen suchten… Der Regen ließ nicht nach und so wurden wir am Mittwoch nicht von der Sonne, sondern vom Wecker geweckt. In der Frühe mussten wir nämlich noch für unsere 3-tägige Segeltour zu den Whitsundays einchecken. Doch auch zu diesem Zeitpunkt kam das Glück noch nicht zurück. Als wir im geplanten Traumausflug eincheckten, sahen wir den Wetterbericht für die nächsten Tage (Regen, kühl und viel Wind), uns wurde gesagt, dass es keine „Doppel“kabinen geben würde und das wir keine elektronischen Sachen mit an Board nehmen sollte, da so wie so jede Haftung ausgeschlossen wurde. Da waren wir erstmal geschockt. Es schien nicht nach einem Traum.
An Board des angeblich schnellsten Segelbootes (Trimaran) bekamen wir von der „coolen“ Crew dann doch eine Kabine für uns im rechten Kiel zugewiesen. Sehr klein und miefig – aber immer uns für uns allein. Mit einer Stunde Verzögerung, da der Anker defekt ging es dann bei leichtem Sonnenschein auf Tour. Im Tagesverlauf wechselten sich Regenschauer, Wolken und Sonne ab. Die meiste Zeit verbrachten wir aber in den Hängematten auf dem Deck. Das Essen wurde von „Manni“ frisch zubereitet während George als Kapitän und Leo (gesprochen Lio) als Mutti für alles das Steuer in die Hand nahmen. Doch irgendwann blieb unser Boot entfernt von der nahegelegenen Insel stehen. Wir haben uns aber erstmal nichts dabei gedacht, da es ja auch hätte sein können, dass wir einen regulären Stopp einlegen. Doch nach dem das Segelhissen nicht den gewünschten Erfolg brachte (da wir wohl nicht mit dem Wind Standen) bemerkten wie unser Kapitän ein vorbei fahrendes Schiff um Hilfe bat. Schließlich wurde wir dann bei Abschleppen durch das Segelschiff Condor aufgeklärt. Motorschaden – war die Antwort. Doch keiner wusste so richtig wo das Problem lag, sodass ein Mechaniker gerufen wurde. Doch da dieser erst am nächsten Morgen kommen könnte, wurden wir bis in die nächste Bucht geschleppt, um dort eine relativ ruhige Nacht zu verbringen. Dort standen wir nun von den anderen Gästen der Condor ausgelacht in irgendeiner Bucht ohne jegliche Pläne. Der Strand zu weit weg und ins Wasser trauten sich auch nur die mutigen. Das Meer war an dieser Stelle nur so von Quallen übersät. Unter denen sicher auch die tödlichen „Box Jellyfische“ weilten. Aber wie gesagt, es trauten sich doch ein paar Gäste mit eine art Neoprenanzug ins Wasser. Der Hals war nicht bedeckt und dass hat sicher ein Mädel auch bereut. Denn sie musste nächsten Tag auf Grund einer Qualle zum Arzt. Aber zurück zum Abend. Bei lauter Musik gab es dann Abendbrot und eine Art Partystimmung. Nach der anstrengenden Nacht zuvor war uns aber eher nach Schlafen zu Mute. Also ab in die Koje und schon begann das nächste Spiel. In unserem nicht mal 1,80m langen Schlafgemach war es unheimlich warm, sodass wir die Luke auflassen mussten. Doch wenn es nachts „mal“ regnet, muss man sie wieder schließen. Und das sich der Wetter Gott in dieser Nacht nicht entscheiden konnte, ging die Klappe auf und bei den ersten Tropfen im Gesicht wieder zu… Am nächsten Morgen kam dann auch endlich der Mechaniker. In der Zwischenzeit wurde aber die freiwillige Wasserrettung angefordert. Diese sollte 7 Leute auf den schnellsten Weg zurück bringen. Wir waren aber leider zu spät, sodass 7 von 22 das Boot frühzeitig verließen. Unser weiterer Tagesablauf war auch noch sehr ungewiss, sodass wir noch sehr darüber hadern mussten. Die kostbare Zeit lief uns nun ohne was zu unternehmen davon. Der Mechaniker stellte eine defekte Bezinzuleitung fest. Dennoch bekam er das Boot zumindest soweit fit, dass wir wieder zurück in den Hafen fahren konnten. Ab diesen Moment begann dann endlich das Abenteuer. Mit Motorkraft war es nun wieder möglich das Boot im Wind auszurichten, sodass das Segel wieder ordentlich gehisste werden konnte. Bei Windstärke 7 und ein wenig Sonnenschein kam der Smileeffekt in den Gesichtern zurück. So segelten wir zum Mittag auf 2 von 3 Kielen zurück zum Hafen. Dort bekamen wir 2/3 des Geldes vom Chef persönlich zurück. Auf die Empfehlung von Leo machten wir uns unverzüglich auf den Weg ins nächste Reisebüro, um eine Tagestour zu Whitsundays am Freitag zu buchen. Die Empfehlung nannte sich Ocean Rafting und wäre dann das schnellste Motorboot vor Ort. Das Glück kam zurück und wir konnten uns die letzten Plätze sichern. Nach einer kurzen Shopping Tour in Airlie Beach fuhren wir nach XX, um dort die Nacht wieder günstiger zu verbringen. Leider war es auf dem ausgeschriebenen Rastplatz verboten zu campen. Also haben wir uns zum nächsten öffentlich Campingplatz bewegt. Leider war auch dort keiner mehr anzutreffen, sodass wir beschlossen, die Nacht dort zu verbringen und am nächsten Morgen zu bezahlen. Die Nacht war aber auch wieder nicht in Harmonie mit dem Schlaf. Laute Tiergeräusche, Regen und ein starker Wind, der die Bäume knarren ließ, raupte immer wieder die Gemütlichkeit. Am Freitag den 30.01 ging es also wieder zurück nach Airlie Beach zum Ocean Rafting. Am Steg war die Überraschung dann groß. Ein paar weitere Leute vom Trimaran fanden sich ebenfalls dort ein. Doch eigentlich hatte sie eine ganz andere Tour für diesen Tag gebucht. Was war schief gelaufen?!? Nichts, nur war der Wind und der Wellengang zu stark, dass die anderen Schiffe beschlossen im Hafen zu bleiben und die Leute auf Ersatztouren zuschicken. So waren wieder 60% der alten Crew auf unserem oder dem anderen Schiff. Tina und ich hatten sich für die Plätze in der ersten Reihe entschieden, um die Aussicht genießen zu können. Doch neben der Aussicht bekamen wir auch den größten Spaßfaktor geboten. Mit 500PS am Ende des Blech-Schlauchbootes und Windgeschwindigkeiten von 70km/h (Wellenhöhen von über 2 Metern) sprangen wir nur von Welle zu Welle. Das hieß in der ersten Reihe auf und ab. Auch wenn die Abwärtsbewegung schmerzhaft war (Wasser kann aber auch hart sein) kam das Lächeln zurück auf die Lippen. In der letzten Reihe wohl auch aus dem Magen. Aber zum Glück waren diese weit entfernt. Nach kurzer Zeit teilten wir den Spaß mit einer Frau aus Neuss, die ebenfalls Spaß suchte und sich zu uns in die erste Reihe gesellte. So ging es dann von Insel zu Insel mit Meerwasser und hartem Wind im Gesicht. Durch die relativ hohe Geschwindigkeit von 50km/h trocknete die Haut aber rasch wieder, sodass es nie unangenehm kalt war. Den ersten Stopp legten wir zum Schnorcheln vor der Insel ein. Leider nicht der Ausblick meines Lebens, da das Meer sehr aufgewühlt war und man nicht weit schauen konnte. Die Motoren wieder angeschmissen und schon ging es in Richtung offenes Meer und weg vom Schutz der vielen Inseln der Whitsundays. Die noch höheren Wellen ließen das Lächeln nicht vergehen, auch wenn der Rücken schon ordentlich litt. Die zweite Station war der White Haven Beach, bekannt für seinen sehr weißen Strand. Dort blieben wir dann auch über die Mittagszeit. Bis dann endlich auch die Sonnen heraus kam. Wie auf den Postkarten sah es zwar noch nicht aus, aber es war immerhin ein Anfang. Den letzten Halt legten wir beim XX. Dort bekam Tina ihre erste Rolle als Tourguide. Sie wurde dazu bestimmt die Gruppe zum Ausblick zu führen. Die Sonne verschwand wieder hinter den Wolken und so gab es auch dort nicht den gewünschten Postkarten Anblick. Schön war es aber auch so. Am Nachmittag ging es dann wieder direkt zurück nach Airlie Beach. An dieser Stelle hatte es aber auch langsam mit dem Wellengehüpfe gereicht. Kopf und Wirbelsäule hatten ihren Spaß bereits. Nach der Ankunft in Airlie Beach hieß es noch einmal Duschen an unserem bekannten Punkt im Hafen (wo wir dann wirklich jeden Tag waren) und auf zum nächsten Nationalpark, um die Nacht wieder auf legalen Boden zu verbringen.
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12. Februar 2009

Australien versinkt brennend doch uns geht es gut!

Lange gab es kein Lebenszeichen von mir... Das liegt aber weder an den Waldbränden (von denen ihr in Deutschland mehr mitbekommt als ein Camper in Australien) noch an den Überschwemmungen. Es gab wie immer keine Internetverbindung. Doch das soll es auch schon wieder an Worten gewesen sein. Ein ausführlicher Bericht folgt, dann aus den Erinnerungen in Deutschland. Die Zeit muss einfach fürs Sightseeing in Sydney genutzt werden. Die Galerien sind aber schon, um ein paar weiter Bilder erweitert worden, sodass man sich einen ersten Eindruck machen kann, wie das Geschriebene dann ungefähr aussehen wird.


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3. Februar 2009

Australien ich komme - aber ohne Internet

Hier gab es lange wieder keine Updates mehr. Doch ich kann euch soviel sagen… uns geht es gut, der Camper fährt von A nach B und manchmal auch nach C. Doch leider kann ich kaum mehr schreiben. Es liegt nicht an meiner Faulheit zum Schreiben, sondern viel mehr daran, dass eine Internetverbindung in Australien echt rar ist bzw. die Läden, die so etwas anbieten schon um 17Uhr und früher geschlossen haben. Zum anderen fahren wir hier teilweise mehr als 700km pro Tag. Und wer einmal in Australien unterwegs war, weiß dass man dafür mehr als 8 Stunden braucht. Geschwindigkeitsbeschränkung auf den „Autobahnen“ zwischen 80 und 100 km/h. Ich hoffe am Ende etwas Zeit und Internet zu haben, um wieder mal ein paar Zeilen verfassen zu können. Es gibt auch ein paar neue Bilder unter Bilder Teil 2.


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